South-East Asia IPR SME Helpdesk

Geschäftspartner

Die ASEAN-Region, der die Staaten Brunei Darussalam, Kambodscha, Indonesien, Demokratische Volksrepublik Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam angehören, bietet für europäische Unternehmen in Asien ein zunehmend attraktives geschäftliches Ziel. Partnerschaften werden von Unternehmen und insbesondere kleinen europäischen Unternehmen oft als entscheidend betrachtet, um in Südostasien erfolgreich geschäftlich tätig zu sein. Dies ist vor allem auf das Fehlen eines starken regionalen Regulierungsrahmens zurückzuführen. Daher konzentrieren sich Unternehmen häufig darauf, die richtigen Partner in den Zielmärkten in dieser Region zu finden.

Unten finden Sie einige der Probleme, die ein Risiko für das geistige Eigentum bedeuten können

Verträge in ASEAN

Bei der Suche nach einem Zulieferer sollten Sie überlegen, wie die Arbeitsbeziehung faktisch gestaltet werden soll und welche Kontrollmechanismen Sie einführen müssen, um Ihre Rechte zu schützen. Diese Punkte müssen in einem schriftlichen Abkommen formuliert werden, welches dann die Grundlage für einen Vertrag darstellen kann. Es ist nicht empfehlenswert, eine Geschäftsbeziehung in Südostasien ohne Unterzeichnung eines Vertrages zu beginnen. Hierbei ist zu beachten, dass ein Vertrag in manchen ASEAN-Ländern als eine „Richtlinie zur Zusammenarbeit” betrachtet wird, wohingegen ein unterzeichneter Vertrag in Europa als rechtlich bindend verstanden wird. Verträge sollten nicht unter Zeitdruck entstehen, sondern stattdessen als ein Prozess betrachtet werden, bei dem der Vertrag als Leitfaden zum Aufbau einer Geschäftsbeziehung fungieren kann.

Als KMU sollten Sie sich stets vergewissern, dass der potenzielle Geschäftspartner tatsächlich derjenige ist, der er zu sein vorgibt. Dies kann auf mehreren Wegen erreicht werden, zunächst sollten Sie jedoch überprüfen, ob das Unternehmen behördlich registriert ist und ob es unter dem registrierten Namen Handel betreibt. Teamleiter des Helpdesk Simon Cheetham von ERINYES INTERNATIONAL, einer in der Durchführung von Hintergrundprüfungen erfahrenen Firma, betont:

"Oftmals ist es der Fall, dass wir mittelständischen Unternehmen durch einfache Hintergrundprüfungen eine Menge Ärger und Ausgaben ersparen können, noch bevor diese mit den Verhandlungen mit einem potenziellen Zulieferer beginnen. Auf diese Art können wir sicherstellen, dass die juristische Person, mit der das mittelständische Unternehmen einen Zulieferervertrag unterzeichnen möchte, auch das Unternehmen ist, welches später für eventuelle Fehler verantwortlich gemacht werden kann. Es zahlt sich immer aus zu wissen, mit wem man tatsächlich zusammenarbeitet."

Am besten ist es, wenn Sie oder Ihr lokaler Berater die erforderliche Due Diligence direkt mit dem zukünftigen Partner durchführen. Dazu gehört auch die Anforderung von beglaubigten Kopien der Gründungsdokumente, damit Sie entscheiden können, ob es Warnsignale gibt, die eine weitere Verifizierung oder Untersuchung erforderlich machen.

Im Vertrag selbst sollte stets klar bezeichnet werden, welche geistigen Eigentumsrechte in den zu liefernden Produkten beinhaltet sind. Zusätzlich sollte das Mittelstandsunternehmen klar formulieren, dass sich jegliches Know-How sowie alle Entdeckungen, Erfindungen (patentierbar oder nicht), Designs, Zeichnungen, Computerprogramme, Fotografien, Pläne und Aufzeichnungen, welche zur Entwicklung des Prototyps sowie der zukünftigen Endversion des Produkts eingesetzt und entwickelt werden, vollständig im Besitz des Unternehmens befinden. Das gleiche gilt für alle Weiterentwicklungen des Produkts, die der Zulieferer durchgeführt, kreiert, entwickelt oder erarbeitet hat (gemeinsam mit allen geistigen Eigentumsrechten und jedweden weiteren zukünftigen Rechten).

Preisgabe von wertvollen Informationen vermeiden

Bei der geschäftlichen Übergabe von Materialien bzw. Daten an ein drittes Unternehmen oder eine dritte Person ist es wichtig, ein Geheimhaltungsabkommen, einen Wettbewerbsverzicht und eine Vertraulichkeitsvereinbarung zu unterzeichen. Dies minimiert das Risiko der Weitergabe wertvoller Informationen an Dritte oder den Einsatz solcher Informationen zum Wettbewerb gegen Ihr eigenes Unternehmen.

Mitarbeiterverträge in ASEAN

Sie sollten Rechtsanwälte vor Ort damit beauftragen, die Mitarbeiterverträge vorzubereiten. Für weitere Informationen darüber, wie Sie in ASEAN-Ländern den richtigen Anwalt finden, lesen Sie bitte hier. die Richtlinien "Den richtigen Anwalt finden".

Kulturelle Unterschiede

Es hat sich oft gezeigt, dass Unterschiede im kulturellen Hintergrund zu den wichtigsten Problemen in einer geschäftlichen Partnerschaft gehören. Es besteht ein großer Unterschied darin, wie Europäer und Vietnamesen oder Thailänder zum Beispiel geschäftliche Partnerschaften betrachten. In den Ländern von Südostasien gibt es viele Kulturen, Gebräuche und religiöse Praktiken. Es ist von großem Vorteil, wenn nicht sogar absolut entscheidend, dass Sie mehr über die ASEAN-Kulturen lernen, bevor Sie die geschäftlichen Verhandlungen mit einem Partner beginnen. Wenn Sie verstehen, mit wem Sie es zu tun haben, steigen Ihre Erfolgschancen. Es ist wichtig, dass Sie viel Zeit mit Ihren zukünftigen Partnern vor Ort verbringen. Die Menschen in den südostasiatischen Kulturen sind relativ verschlossen. Ein guter Dolmetscher oder Partner vor Ort kann besonders hilfreich sein und verhindern, dass Ihnen kulturelle Fehltritte passieren.